Buddy Caine Band

Artikel Offenbach Post, 11. Juli 2025:

Offenbach – Schon lange gab es nur schlechte Nachrichten über seinen Gesundheitszustand. Jetzt ist der Sänger und Entertainer Buddy Caine nach langwierigem und tapfer ertragenem Lungenleiden verstorben. Der Offenbacher Schlagerstar mit Wurzeln in Rock und Soul wurde 83 Jahre alt. Seiner Heimatstadt Offenbach, hier liebevoll als „Nat King Cole von Bieber“ tituliert, hat der auch überregional geläufige Caine stets die Treue gehalten.
Die Buddy-Caine-Story beginnt Anfang der 1960er-Jahre, als Joachim Salg, Lehrling im elterlichen Friseurbetrieb, fasziniert vom Rock’n’Roll der frühen Jahre beschließt, statt im Haupthaar seiner Kunden lieber in schwarzen und weißen Tasten zu wühlen. Als Pianist und Sänger der Offenbacher „Tornados“ geht’s auf Tournee. In Innsbruck findet Schlagerstar Manuela („Schuld war nur der Bossa Nova“) Gefallen an der Band, die fortan unter „Manuela And The Five Dops“ firmiert.
Ralph Siegel entdeckt den Offenbacher Bub
Dass die Schlagersängerin ihre Musiker gern austauscht, beschert Joe Salg ein weiteres Intermezzo im Bieberer Friseursalon. Doch schon bald ist der offenbar gefragte Sänger und Pianist wieder mit den Darmstädter „Pralinés“ unterwegs, wird in München prompt vom legendären Hit-Macher Ralph Siegel entdeckt, der dem Offenbacher Caine zum Schicksal wird. Hat er ihm doch diesen Namen verpasst und ins Schallplattenstudio geschickt.
Übellaunige Zeitgenossen sprechen da vom Star aus der Retorte, die der Bieberer Buddy eines Besseren belehrt. Mit deutschen Coverversionen des Procol-Harum-Erfolgs „A Whiter Shade Of Pale“ („Tränen in der Nacht“) und mit dem ebenfalls eingedeutschtem Dave-Clarke-Hit „Sweet City Woman“ landet der Offenbacher zwei Bestseller. Und beim Schlagerfestival im belgischen Knokke – in den 60er-Jahren ein bedeutender Wettbewerb für Schlager, Chanson und Popmusik – erreicht Buddy Caine sogar einen zweiten Platz.
Doch Schlagermachers Gunst ist endlich. Mittlerweile hat der Musiker, Komponist und Produzent Siegel mit Rex Gildo („Fiesta Mexicana“) ein neues Zugpferd im Stall, was den Bieberer Buddy keineswegs verdrießt. Fortan tingelt er auf Kreuzfahrtschiffen, bei mehr als hundert Touren reist er etwa viermal um den Erdball.
Zudem reanimiert er mit Kumpels aus den „Dops“-Zeiten die Buddy Caine Band, ein Markenzeichen der Region, Garant für satten Rock und Soul à la Bill Haley oder Chuck Berry. Über allem schwebt Buddys Stimme, prädestiniert auch für den gefühlvollen Balladengang. Und Offenbach weiß, was es dem Sänger, Showman und Fußball-Fan schuldig ist, dem der OFC stets am Herzen liegt und der sogar ein Frauen-Fußball-Team coacht. Anno 2000 erhält Buddy Caine vom damaligen Oberbürgermeister Gerhard Grandke die Bürgermedaille in Bronze.
Den Menschen Caine, der Ehefrau Brigitte hinterlässt, die ihm während der schlimmen Krankheit eine große Stütze war, charakterisiert ein ehemaliger Musiker seiner Band: „Ich habe gern mit ihm gespielt, und wir haben auch viel miteinander gelacht. Was ich ihm nie vergessen werde, er war mir in einer schweren Zeit ein guter Freund.“

Homepage: www.buddycaine.de