Café Bar Beans
Lutherplatz 6, 63225 Langen
Artikel Offenbach Post, 17. Juli 2025:

Langen – Die Wände im kleinen Beans erzählen von Geschichten, die sich hier in den vergangenen 20 Jahren abgespielt haben: Da finden sich Fotos von Künstlern, Instrumente von musikalischen Weggefährten und eine handschriftliche Liebeserklärung des Lordi-Gitarristen auf der Tapete. Silke Bentlin und Markus Striegl sind ein beliebter Anlaufpunkt für Musikfreunde am Lutherplatz.
Wir träumen davon, den Beans-Donnerstag wiederzubeleben.
Markus Striegl künstlerischer Chef des Beans

Bentlin ist mit dem Beans 2005 als Kaffeebar gestartet. Die Vorpächterin hatte die familieneigene Immobilie gerade gekündigt. „Das war meine Chance. Ich wollte es mit dem Beans versuchen. Es war die Zeit, in denen Bars und die neuen Kaffee-Flavours ,in‘ waren. Ich stand hinter der Theke und meine Mutter hat jeden Tag frische Kuchen gebacken“, berichtet die Langenerin. Dann verliebt sie sich in den Musiker Markus Striegl. Das Geschäft mit dem Kaffee wird mit dem wachsenden Bäckereiangebot auf der Bahnstraße zunehmend schwieriger.
Das Paar schlägt einen neuen Weg ein. Die „Nase“ eines echten Bully (VW-Bus) zieht als Theke ein, statt Kaffee gibt‘s Bier und die Bar öffnet abends. „Alleine hätte ich das niemals gemacht“, sagt Silke Bentlin. Aber zusammen ist es ein Abenteuer. 2009 etabliert sich der Beans-Donnerstag. Über Jahre hinweg trifft sich die Szene am Lutherplatz. Andreas Kümmert spielt mehrfach, Antonia aus Tirol begeistert mit einem Schlagerabend. Hinzu kommen Mathias Kellner, lokale Bands und Musiker. Das Beans platzt aus allen Nähten. Mit Fantasie haben 60 Leute darin Platz, es kommen bis zu 150, stehen auf dem Lutherplatz oder im Garten, um die Musik zu hören. Das Beans ist in den Hochzeiten auf zwei Jahre im Voraus ausgebucht.

Mit Lordi – die finnische Metal-Band hat 2006 den ESC gewonnen – verbindet Bentlin und Striegl eine besondere Freundschaft. Die Band war auf Durchreise vor ihrem Auftritt in der Stadthalle in Langen und kam in die Bar, um Spaß zu haben. „Ein grandioser Abend, der bis morgens um fünf ging. Sie kamen wieder, immer wenn sie in der Nähe waren“, erinnert sich Striegl.

Die Pandemie hebt auch die kleine Beans-Welt aus den Angeln. An Veranstaltungen ist auf dem engen Raum nicht zu denken. Das Konzept verändert sich zu monatlichen Konzerten mit nur 40 Tickets. An den übrigen Tagen lebt die Bar von Stammgästen. „Wir träumen davon, den Beans-Donnerstag wiederzubeleben“, kündigt Markus Striegl an. Aber jetzt wird erst mal der 20. Geburtstag gefeiert: Am Freitag, 18. Juli, um 16 Uhr geht es los, wie es 2005 begonnen hat: Mit Kaffee und Kuchen – und natürlich Musik. NICOLE JOST